Digital NewPlacement: Wenn das Ziel das Ziel ist.
Digital NewPlacement:Wenn das Ziel das Ziel ist.

Vorteile von professionell durchgeführten Outplacement-Maßnahmen im Allgemeinen

 

Professionell durchgeführt führt Outplacementberatung aus einer für alle Beteiligten schwierigen Lage zu einer klassischen Win-win-Situation, in dem die Kernproblematik bei Personalabbau und Kündigungen gelöst wird.   
  

  • Kosteinsparungen 
    Z.B. durch Reduzierung von Restlaufzeiten, Abfindungen, Kündigungsschutzklagen und weitere Rechtsstreitigkeiten, etc. 
     

  • Diskretion 
    Einvernehmliche Trennung statt aufreibender Verhandlungen und Prozesse
     

  • Glaubwürdigkeit 
    Soziale Verantwortung als praktizierte Unternehmenskultur 
     

  • Produktivität
    Erhalt eines produktiven Betriebsklimas statt Verunsicherung und Loyalitätsverluste
     

  • Ansehen 
    Vermeidung von Schäden an der Arbeitgebermarke,  nach innen und nach außen
     

 

 

Hinweis: Dieses Interview stammt aus dem Buch: ePlacement - OutPlacement 3.0 von Christian Böhnke (Hrsg).
Dr. Wolfgang Runge war damals Mitglied der Geschäftsleitung und HR Director bei Avaya Deutschland '
sowie stellvertretender Vorsitzender der Selbst GmbH


Herr Dr. Runge, als ein in der schnelllebigen ITK-Branche beheimateter Personalmanager haben Sie bereits zahlreiche Umstrukturierungen einschließlich damit einhergehendem Personalabbau mitgestalten müssen. Welche Erfahrung möchten Sie an HR-Kollegen aus bislang ruhigeren Fahrwassern weitergeben, angesichts der zu erwartenden zunehmenden Schwankungen auf den globalen Märkten?

Es scheint derzeit alles in Bewegung zu sein und es gibt viele unbeantwortete Fragen. Wieviel Veränderung verträgt der Mensch? Wie gehen wir mit den drängenden Fragen der Gesellschaft zu den Themen Klima, Wirtschaft und Energie um? Welche Auswirkungen hat die Arbeitsverdichtung? Was macht die Virtualisierung der Arbeit mit den Beschäftigten? Das Management hat nicht immer alle Antworten parat und deshalb kommt es für mich darauf an,  in einer Firma eine Kultur der Offenheit zu erzeugen, in der auch die kritischen Themen zur Sprache kommen dürfen. Das ist für mich eine Kernbotschaft. Lassen Sie mich ein Beispiel geben. Ich kann heute als Arbeitgeber mit meinen Mitarbeitern nur noch einen Pakt auf Zeit schließen. Ich kann auch die Verantwortung nicht übernehmen, einen Arbeitsplatz bis zur Erreichung des Rentenalters zu garantieren. Die ITK Branche spielt dabei eine besondere Rolle. Hier findet der technische Wandel in atemberaubender Geschwindigkeit statt. Technische Entwicklung und Entwicklung der MA gehen dabei Hand in Hand. Das Thema Selfbranding, Employability, um die sich die Selbst GmbH gegründet hat, spielen hier durch den permanenten Wandel eine noch wichtigere Rolle als in einem Fertigungsunternehmen. Glauben Sie mir, ich weiß auch aufgrund meiner Rolle als Arbeitsdirektor bei Avaya, was es bedeutet, ein Unternehmen von einem Telefonanlagenfertiger zu einem Kommunikations- und Business Collaboration Unternehmen in der IT Welt zu entwickeln. Klare Worte und Offenheit sind in diesem Prozess und im Umgang mit den unbeantworteten Fragen für mich der Schlüssel.

Alleine in Ihrer Zeit bei Motorola mussten Sie nahezu 2.000 Mitarbeiter betriebsbedingt entlassen. Dennoch begrüßen Sie die meisten ex-Mitarbeiter noch immer freundlich, wenn Sie durch Flensburg gehen. Wie passt das zusammen?

Das Unternehmen Motorola hat die dänische Firma Storno in Flensburg von General Electric  1986 aufgrund der Patente und des Know-Hows im  Mobiltelephonebereich gekauft. Aus diesem Grund gab es im hohen Norden diesen Standort. Die Unternehmenskultur war dänisch und amerikanisch geprägt. Alle Mitarbeiter waren auf Du, ohne dass es negative Auswirkungen auf die Durchsetzungsfähigkeit von Vorgesetzten hatte. Flache Hierarchien. Leute aus der Region. Offene Bürotüren. Keine Krawatten, außer für Besuch. Betriebskindergarten, 24/7 Schichtmodell. …..Es gibt niemanden, der heute ohne Wehmut an diese Zeit denkt. Aber auf der anderen Seite stehen ein Hoch- und Runterfahren einer Belegschaft von 350 auf 3500 und schließlich auf null innerhalb von 21 Jahren. An diesem Fertigungsstandort lassen sich alle Trends der Handybranche festmachen. Technische Revolution, Volatilität, Auslagerung der Massenfertigung nach China, Auslagerung des Distribution Services innerhalb Deutschlands. Wir haben dabei zunehmend in einem Wettbewerb zunächst mit den europäischen und dann mit den internationalen Standorten gestanden. In diesem Wettbewerb haben wir uns 10 Jahre tapfer und erfolgreich geschlagen.  Wir haben unsere Kennzahlensysteme transparent gemacht und sie mit unseren Mitarbeitern wöchentlich diskutiert. Mit unseren Betriebsräten haben wir im Rahmen der Mitbestimmung die Kapazitätsplanungen und den Einsatz von Studenten und Leiharbeitnehmern koordiniert. Wir haben ein System aus Betriebsvereinbarungen geschaffen, um größtmögliche Flexibilität  sicherzustellen. Die Kennzahlen transparent zu machen, ist an einem Fertigungsstandort einfacher zu erreichen als bei meinem  jetzigen Arbeitgeber. Hier beeinflussen Produkte, Beratung und Veränderungen und Einflüsse des Marktes die Kennzahlen und stellen damit eine viel größere He-rausforderung, weil mehr betriebswirtschaftliches Know How erforderlich  ist als an einem Fertigungsstandort.

Trotzdem bemühen wir uns um  Transparenz. Rückblickend auf die Motorola-Zeit, wissen die ehemaligen Mitarbeiter heute alle, was diese Zeit, dieser Arbeitgeber, unsere Kultur und unsere Gemeinschaft uns bedeutet hat. Dabei spielt einerseits die Sentimentalität beim Blick in die Vergangenheit eine Rolle, andererseits sind die Mitarbeiter in Lohn und Brot und haben damit den direkten Vergleich von Unternehmenskulturen, Bezahlung, Einrichtungen….. Das Netzwerk hält bis heute. Ein Gang durch die Stadt, ohne einen ehemaligen Kollegen zu treffen, ist unmöglich. Bei fast jedem bleibt man stehen, bei einigen gibt man Referenzen ab oder bietet Hilfe bei der Vermittlung an. Ich habe mich bei meinem jetzigen Arbeitgeber auf den Weg gemacht, die Unternehmenskultur soweit wie möglich in diese Richtung zu entwickeln, die ich kennen und schätzen gelernt habe.

Welchen Nutzen haben Sie sich für Ihr Unternehmen von den OutPlacement-Transfermaßnahmen für Ihre betriebsbedingt ausscheidenden Mitarbeiter versprochen und in wieweit wurden diese Erwartungen erfüllt?

Es war zum Zeitpunkt der Schließung allen klar, dass wir hier gegenüber der Belegschaft eine Pflicht und eine Verantwortung haben. Es war kein  Thema, dass eine Transfergesellschaft nötig war, weil sich viele MA aus anderen Berufen in die „Motorolawelt“ entwickelt haben. Viele Karrieren innerhalb der Firma bedeuteten einen Bruch gegenüber dem Weg, den ein Mitarbeiter mit seinem Lehrberuf eingeschlagen hat. Es war klar, dass durch eine Transferagentur und eine Transfergesellschaft die notwendige Beratung erfolgt.  Diese Neuorientierung war notwendig. Wir hatten zusätzlich einen hohen Beratungsaufwand, weil der Arbeitsmarkt in Dänemark hungrig auf Arbeitskräfte war und die Mitarbeiter ihre rechtliche Position als Grenzgänger definieren mussten. Die Zusammenarbeit mit unserer Transfergesellschaft war intensiv und kooperativ. Die Vermittlungsquoten lagen bei 75% in einer Region, die nicht für ihre wirtschaftliche Potenz bekannt ist, sondern eher als Ferienland mit guter Luft in Deutschland wahrgenommen wird. Wir haben alle wirtschaftlichen Verbindungen der Firma entweder direkt oder über die Transfergesellschaft für unsere Mitarbeiter genutzt. Die Schließung ist mit einer Handvoll Arbeitsgerichtsklagen abgewickelt worden. Das ist für mich ein Zeichen für die enge Zusammenarbeit zwischen Betriebsrat und Werkführung. Was sich anhört wie ein Märchen aus „tausend und einer Nacht“, stellt keine Selbstverständlichkeit dar. Es ist ein hoher Grad an Verantwortungsgefühl und Sorge für den Kollegen notwendig, ohne ihm die Verantwortung abzunehmen. Die Transfergesellschaft war notwendig, um die Mitarbeiter beim Neustart in ein anderes Leben zu unterstützen.

Die Botschaften hier sind: Achten Sie auf den richtigen Partner. Nehmen Sie die Verantwortung auch für die, die das Unternehmen verlassen oder verlassen müssen. Kümmern Sie sich, ohne die Verantwortung zu übernehmen. Alle diese Erfahrungen sind mir bei meinem derzeitigen Arbeitgeber von Nutzen.

Vielen Dank für das Gespräch.

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